Aktuell
Gesundheitsdirektor Heiniger stellt sich der öffentlichen Diskussion
Kantonale Abstimmung über das Spitalplanungs- und -finanzierungsgesetz am 17. Juni 2012:...
Für eine starke Volksschule! Nein zur freien Schulwahl!
Beitrag von Julia Gerber Rüegg, GBKZ-Präsidentin, an der Medienkonferenz des Abstimmungskomitees.
Wir lassen uns nicht nochmals bescheissen! P.S.-Kolumne von Niggi Scherr
11. Lauf gegen Rassismus
Der Lauf gegen Rassismus findet dieses Jahr zum 11. Mal statt:
Sonntag, 30. September 2012 auf der Bäckeranlage in Zürich
Für aktuelle Informationen und Anmeldung: www.laufgegenrassismus.ch
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Der 10. Lauf gegen Rassismus vom 25. September 2011
Neue Rekordbeteiligung: Ein Zeichen gegen den Rassismus
Migrationspolitisch herrscht ein fremdenfeindliches Klima. Aber am heutigen 10. Lauf gegen Rassismus schien die Sonne und eine Rekordbeteiligung setzt auch politisch ein Zeichen gegen die herrschende Fremdenfeindlichkeit. Rund 120 LäuferInnen leisteten insgesamt etwa 2500 Runden und erarbeiteten damit einen Rekorderlös von 50‘000 Franken zugunsten der vier unterstützten Integrationsprojekte.
Die Ständeratskandidaten Thomas Hardegger (SP) und Balthasar Glättli (Grüne) waren ebenso am Start wie die NationalratskandidatInnen Julia Gerber Rüegg, Rosmarie Joss (Kantonsrätinnen SP), Ornella Ferro und Simon Kälin (Grüne), die Stadträte Claudia Nielsen (SP) und "Sportminister“ Gerold Lauber (CVP). Mit einer Rekordbeteiligung von 120 Teilnehmenden traten so viele LäuferInnen wie noch nie an, um auf der Zürcher Bäckeranlage ihre Runden zu drehen und damit ein politisches Zeichen zu setzen.
Alle LäuferInnen hatten ihre SponsorInnen, die für jede gelaufene Runde einen Betrag spenden. Der Rekorderlös von rund 50‘000 Franken dieser vom Gewerkschaftsbund Zürich und dem SAH Zürich getragenen Aktion kommt der Sans-Papiers Anlaufstelle Zürich, dem Impuls-Treffpunkt Zürich, der Freiplatzaktion und der Organisation sos rassismus deutschschweiz zugute.
Während die Ständeratskandidaten Hardegger und Glättli mit je rund 20 Runden gut abschnitten, teilen sich mehrere Läufer mit je 33 Runden die Spitze. Dazu gehört der Anwalt Marc Spescha, der sich auch im Alltag gegen Fremdenfeindlichkeit engagiert. Am meisten Geld erlief mit 21 Runden aber der Arzt David Winizki. Dank einer grosszügigen Sponsorengruppe liegt sein Beitrag bei fast 5000 Franken.
Informationsstände verschiedenster Organisationen und ein zahlreichens Publikum von Kindern und Erwachsenen, SchweizerInnen und MigrantInnen, GewerkschafterInnen, AsylaktivistInnen, AnwohnerInnen und PolitikerInnen gaben dem Anlass ein farbenfrohes Gesicht. Finanziell mitgetragen wurde der Anlass auch dieses Jahr wieder von der Zürcher Kantonalbank ZKB und dem Kaufmännischen Verband Zürich KVZ.
Schulvorstand Gerold Lauber (CVP), der selber auch sportliche 32 Runden lief, gratulierte in seiner Ansprache allen Beteiligten und bedankte sich für ihr Engagement, für „die gute Stimmung, die guten Leute, die gute Sache“. Als Schulvorsteher ist er direkt mit dem Problem der Sans Papier konfrontiert und entsprechend hielt er fest: „Kein Kind ist illegal – kein Mensch ist illegal.“
Julia Gerber Rüegg, als Präsidentin des Gewerkschaftsbundes des Kantons Zürich zugleich Mitorganisatorin des Laufes, fordert mit einem Vorstoss im Kantonsrat, dass auch Sans Papier die Möglichkeit erhalten müssen, eine Berufslehre zu absolvieren. Sie betont: „Mit dem Lauf gegen Rassismus fordern wir die Achtung der Menschenrechte für alle Menschen in der Schweiz und auf der ganzen Welt. Wir rennen für die Freiheit und die Würde der Menschen und wir fordern: Fair Play für alle!“
Medieninformation
Unterlagen zur Medienkonferenz vom 13. September 2011, Quartierzentrum Bäckeranlage, Zürich
- Fair Play statt ausländerfeindliche Hetze! Julia Gerber Rüegg, Präsidentin GBKZ und Kantonsrätin
- 10 Jahre Sans-Papiers-Bewegung Salvatore Di Concilio, Mitbegründer und Vorstandsmitglied der Sans-Papiers An-laufstelle Zürich (SPAZ)
- 75 Jahre SAH – 75 Jahre Integrationsarbeit Hans Fröhlich, Geschäftsführer SAH Zürich
Beitrag von GBKZ-Präsidentin Julia Gerber Rüegg:
Fair Play statt ausländerfeindliche Hetze
„Die Zukunft gehört der Gewaltlosigkeit und der Versöhnung“ schreibt der 94jährige französische Widerstandskämpfer und Diplomat Stéphane Hessel. Er war Mitautor der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte, welche am 10. Dezember 1948 in Paris von der Generalversammlung der Vereinten Nationen verabschiedet wurde. Kernaussage der Erklärung ist: „Alle Menschen sind frei und gleich an Würde und Rechten.“
In der Schweiz leben und arbeiten konservativ geschätzt 100'000 Menschen ohne Papiere – Sans Papiers – ohne Würde und ohne Rechte. Sie sind die Sklaven des 21. Jahrhunderts. Hier bei uns, mitten unter uns. Für sie setzen wir uns ein, aber auch für alle anderen Ausländerinnen und Ausländer, die zunehmend Zielscheibe fremdenfeindlicher Kampagnen werden.
2009 waren in der Schweiz 1,8 Millionen Personen ohne Schweizer Pass angemeldet. Sie arbeiten auf Banken und an Hochschulen, putzen Operationssäle und Wohnungen, betreuen unsere Eltern und Grosseltern. Sie bauen unsere Strassen und Eisenbahntunnels, stellen die beliebte Schweizer Schoggi her und „tschutten“ die Schweiz an die Fussball-WM. Ohne sie wäre die Schweiz nicht, was sie heute ist. Sie sind zwar besser dran als die Sans-Papiers, aber auch immer wieder Opfer von diffamierenden Kampagnen von rechts.
Rechtspopulisten und rassistische Ideologen heizen nach dem Erfolg der SVP - Minarett- und Ausschaffungsinitiativen die Stimmung gegen alles Fremde kräftig an. SVP, Schweizer Demokraten und ECOPOP kreieren mit ihren drei fremdenfeindlichen Initiativen eine Atmosphäre der Bedrohung. „Ausländer“ sind an allem Schuld, an den verstopften Strassen, am Mangel an bezahlbarem Wohnraum, an der Arbeitslosigkeit und dem steigenden Energiebedarf. Verallgemeinernd und verabsolutierend werden alle „Ausländer“ für den Missbrauch an unseren Sozialwerken und für das Rasertum auf unseren Strassen verantwortlich gemacht. Diese kollektive und völlig verfehlte Schuldzuweisung schafft Sündenböcke, lenkt von den wahren Problemen ab, legitimiert die Aggression gegen alles Fremde und dient der Rechtfertigung von Privilegien nur für Schweizerinnen und Schweizer. Gezielt wird eine Grenze zwischen „Wir“ und „den anderen“ gezogen. Die „anderen“ sind dann auch gleich diejenigen, die kein Stimm- und Wahlrecht haben, diejenigen, die sich nicht für ihre Rechte wehren können. Das ist Rassismus und ein Verstoss gegen die Würde des Menschen!
Mit dem Lauf gegen Rassismus wehren wir uns gegen die zunehmende Fremdenfeindlichkeit. Wir fordern die Achtung der Menschenrechte für alle Menschen in der Schweiz und auf der ganzen Welt.
Wir rennen für die Freiheit und die Würde der Menschen und wir fordern: Fair Play statt ausländerfeindliche Hetze!
Rennen Sie mit, oder sponsern Sie Läuferinnen und Läufer. Der Erlös dieser vom Gewerkschaftsbund Zürich und dem SAH Zürich getragenen Aktion kommt der Sans-Papiers Anlaufstelle Zürich, dem Impuls-Treffpunkt Zürich, der Freiplatzaktion und der Organisation sos rassismus deutschschweiz zugute.
GBKZ-Präsidentin Julia Gerber Rüegg am Lauf gegen Rassismus 2009

- Foto: Judith Stofer



