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Aktuell

18.05.12 10:01

Gesundheitsdirektor Heiniger stellt sich der öffentlichen Diskussion

Kantonale Abstimmung über das Spitalplanungs- und -finanzierungsgesetz am 17. Juni 2012:...

15.05.12 10:06

Für eine starke Volksschule! Nein zur freien Schulwahl!

Beitrag von Julia Gerber Rüegg, GBKZ-Präsidentin, an der Medienkonferenz des Abstimmungskomitees.

03.05.12 08:47

Wir lassen uns nicht nochmals bescheissen! P.S.-Kolumne von Niggi Scherr

Zeichen setzen

Am 25. September findet der 10. Lauf gegen Rassismus statt. Seit 1997 nutzen LäuferInnen und SponsorInnen den Anlass, um ein Zeichen zu setzen und zu sagen: «Schluss damit! Wir dulden Rassismus weder im Alltag noch in der Politik.» Leider braucht es solche Anlässe. Wäre es nicht schön, wir müssten keinen Lauf mehr organisieren, weil es keine Diskriminierungen mehr gäbe. Das Gegenteil ist der Fall.

 

Als grösste MigrantInnen-Organisation setzen sich die Gewerkschaften für Chancengleichheit ein. Gleiche Chancen für alle, unabhängig woher jemand kommt und welchen Status sie oder er hat. Seit Jahrzehnten sehe ich tagtäglich was unsere ausländischen KollegInnen mit oder ohne gültigen Aufenthaltsstatus in diesem Land leisten. Ohne sie würde die Schweiz schlichtweg still stehen. Oft als sehr schlecht bezahlte Arbeitnehmende missbraucht, erfahren die wenigsten Wertschätzung für ihren Einsatz. Stattdessen müssen sie ständig als Sündenböcke herhalten.

 

Urschweizerische Eigenschaften wie Toleranz, Offenheit und das «Miteinander» werden mit Stiefeln getreten – und das nicht nur auf Plakatwänden. Auch im Alltag müssen unsere ausländischen MitbürgerInnen ständig Rassismus erfahren - und allzu oft wird dies einfach hingenommen. Das macht mich betroffen und auch wütend. Wir alle – GewerkschafterInnen, DemokratInnen, SchweizerInnen und politisch Engagierte – müssen uns an der Nase nehmen.

 

Wir empören uns zwar oft  über Stil und Abstimmungsplakate. Wir sitzen zusammen am Tisch und finden es moralisch verwerflich. Aber tun wir genug gegen die fortschreitenden Angriffe auf unsere KollegInnen, unsere MitarbeiterInnen, unsere MitbewohnerInnen? Ich habe genug von diesen Stil-Debatten, von den Klageliedern über die finanzielle Übermacht der politischen Gegner und von moralischen Exkursen. Damit überlassen wir den anderen das Terrain und lassen letztendlich Rassismus zu.

 

Wir müssen hinstehen und laut und deutlich sagen: «Stopp. Schluss damit!» Eine Politik der Angst und Ausgrenzung ist grundsätzlich falsch und nicht akzeptabel. Sie macht die Schweiz kaputt. Gemeinsam können wir mehr erreichen als wenn wir uns gegen einander ausspielen lassen. Die Angriffe auf unsere sozialen Errungenschaften und die schamlose Bereicherung von Wenigen auf Kosten von uns vielen sind die Probleme, die wir gemeinsam bekämpfen können und müssen.

 

Am Lauf gegen Rassismus setzen die Teilnehmenden ein öffentliches Zeichen. Das ist gut, das ist wichtig, aber es reicht noch nicht. Gerade jetzt im Wahlkampf sind viele Politikerinnen und Politiker auf der Strasse. An den unzähligen Standaktionen und Podien haben sie die Gelegenheit für ihre Positionen einzustehen. Sie können deutlich Stellung beziehen gegen Ausgrenzung und Rassismus. Aber wir dürfen das Engagement gegen Rassismus auch nicht einfach an sie delegieren.

 

Wir sind alle gefordert. Beteiligt euch und macht mit am Lauf gegen Rassismus - als Läuferinnen und Läufer, als SponsorInnen, als ZuschauerInnen, als AntirassistInnen. Fairplay ist nicht nur im Wahljahr gefordert. Wir leben Fairplay gegenüber unseren Kolleginnen und Kollegen jeden Tag. Wir alle sind bei Alltagsrassismus gefordert, müssen dagegen halten, einschreiten, sei es am Stammtisch oder im Verein, im Quartier, in der Freizeit oder bei der Arbeit. Dazu haben wir auch am 1. Oktober an der gesamtschweizerischen Kundgebung «Schluss mit Heuchelei» und in der Kampagne «Ohne uns – keine Schweiz» Gelegenheit. Gemeinsam erreichen wir mehr.

 

Remo Schädler, Leiter Unia Sektion Zürich  

 

Informationen und Anmeldung unter www.laufgegenrassismus.ch