Aktuell
Gesundheitsdirektor Heiniger stellt sich der öffentlichen Diskussion
Kantonale Abstimmung über das Spitalplanungs- und -finanzierungsgesetz am 17. Juni 2012:...
Für eine starke Volksschule! Nein zur freien Schulwahl!
Beitrag von Julia Gerber Rüegg, GBKZ-Präsidentin, an der Medienkonferenz des Abstimmungskomitees.
Wir lassen uns nicht nochmals bescheissen! P.S.-Kolumne von Niggi Scherr
Das Rezept heisst: Zusammenstehen!
Der 1. Mai ist traditionsgemäss der Tag der Arbeit, der Lohnarbeiter und Lohnarbeiterinnen, der lohnabhängig Erwerbstätigen, von uns, die wir nicht von Renten, von Aktien, von Vermögen, von unserem Kapital und von der Arbeit anderer leben können, sondern die wir Tag für Tag vom Verkauf unserer eigenen Arbeitszeit und Arbeitskraft abhängig sind. Wir sind abhängig. Das ist keine Klassenkampfrhetorik aus dem 19. Jahrhundert, sondern tägliche Realität: Abhängig vom Kapital, den vergleichsweise wenigen Kapitalisten und noch weniger Kapitalistinnen, den Arbeitgebern, die unsere Arbeit nehmen. Geben und nehmen. So weit so schlecht. Geld und Arbeit ergeben ein Ganzes: die kapitalistische Volkswirtschaft. Die Abhängigkeit ist theoretisch eine gegenseitige. Ohne Geld keine Arbeitsplätze und ohne Arbeitskräfte keine Wertschöpfung, kein Gewinn, kein Profit. Doch die Kapitalisten sitzen am längeren Hebel, weil sie die Arbeitsbedingungen diktieren und im globalisierten Wettbewerb Arbeitsplätze dort anbieten können, wo die Kosten am tiefsten sind. Lohndruck ist eines der zentralen Probleme der Lohnabhängigen, auch in der Schweiz. Nicht von ungefähr heisst daher die Botschaft des Schweizerischen Gewerkschaftsbundes zum 1. Mai 2011: Lohndruck stoppen - Mindestlöhne jetzt!
Wer Arbeitsplätze will, müsse sich auch dem Steuerdruck beugen. So lautet die Botschaft der Reichen an die Politik. Die weltweite Erpressung der Staaten durch den Steuerwettbewerb legt die Logik des Kapitalismus exemplarisch offen: Die Kapitalisten bedienen sich schonungslos der Macht ihres Geldes, um die Welt nach ihren Interessen zu gestalten und die Gewinne ständig zu steigern. Manchmal müssen sie ihre Privilegien mit Gewalt absichern. Aber im Alltag vertuschen sie ihre Gier mit Hilfe ausgeklügelter PR-Strategien und streuen uns täglich multimedialen Sand in die Augen. Ein schönes Beispiel dafür lieferten japanische Regierungsvertreter, als sie im „Übergwändli“ vor die Weltpresse traten, um Solidarität mit den von Strahlung bedrohten Menschen in Fukushima zu zeigen. Bei diesen inszenierten Auftritten gaben sie genau so viel preis, wie nicht mehr zu leugnen war. Aber die japanische Politik hat - wie überall und auch bei uns - mit der Atomlobby jahrzehntelang gemeinsame Sache gemacht, das Geschäft mit der Atomenergie bevorzugt und die Entwicklung von Alternativenergien behindert.
Weltweit haben sie uns nicht nur zu Lohn- sondern auch zu Atomstrom- und Erdölabhängigen gemacht. Für den Zugang zu billigem Erdöl haben die Industriestaaten despotische Machthaber über Jahrzehnte gestützt. Nun schiessen diese mit Waffen, die ihnen der Westen verkauft hat, auf ihr eigenes Volk. Befreien wir uns aus diesen Abhängigkeiten. Lassen wir uns nicht mehr länger multimedialen Sand in die Augen streuen! Wir können ausbrechen aus der erbarmungslosen Logik des Kapitalismus. Das Rezept heisst: Zusammenstehen. Gehen wir am 1. Mai hinaus auf die Strassen und Plätze. Sprechen wir über eine andere, eine gerechtere und friedlichere Welt und darüber, wie wir sie möglich machen können: Mit Solidarität, mit Ausdauer und mit Intelligenz. Mit Macht statt mit Gewalt.
Julia Gerber Rüegg, Präsidentin Gewerkschaftsbund des Kantons Zürich GBKZ


