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17./18. Dezember 2011: Internationaler Tag der Migrantinnen und Migranten


Um ein Zeichen gegen Fremdenfeindlichkeit zu setzen, finden am 17./18. Dezember in zahlreichen Schweizer Städten Aktionen und Veranstaltungen statt.

 

Besuchen Sie uns am 17. Dezember auf der Rathausbrücke!
Von 14:00 bis 18:00 Uhr informieren wir Sie über die Kampagne «Ohne uns – keine
Schweiz; Stopp Fremdenfeindlichkeit» und zeigen ein kulturelles Rahmenprogramm.

 

Aktion «Flagge zeigen»
Zeigen Sie Flagge und hängen Sie die Fahne «Ohne uns! Stopp Fremdenfeindlichkeit»
bei Ihnen zu Hause heraus. Die Fahne und weiteres Kampagnenmaterial gratis bestellen auf www.ohne-uns-keine.ch 

download der 2 Karten als PDF hier

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Medienmitteilung zu den Abstimmungsresultaten

Der Gewerkschaftsbund des Kantons Zürich GBKZ nimmt mit Bedauern zur Kenntnis, dass die Mehrheit der Abstimmenden die Vorlage „Für Faire Ferien“ abgelehnt hat. Die Tatsache, dass diese Initiative bestehende Arbeitsplätze sichert und in sinnvollen Bereichen die Schaffung neuer Arbeitsplätze zulässt, konnte offensichtlich zu wenig vermittelt werden. Der GBKZ wird den VPOD weiterhin darin unterstützen, eine Angleichung der Ferienbedingungen im Kanton Zürich an die übrige Schweiz zu erreichen. Wer zum Beispiel im Gesundheitswesen rund um die Uhr arbeitet, soll nicht schlechter gestellt sein als die Mehrheit der Beschäftigten in der Schweiz.  

 

Mit Freude nimmt der GBKZ hingegen die überaus deutliche Ablehnung der Vorlage „Stau weg“ zur Kenntnis. Damit hat sich die Vernunft über die verkehrspolitische Zwängerei des TCS durchgesetzt. Nach dem Ja zur Umverkehr-Initiative haben die Abstimmenden im Kanton Zürich damit einmal mehr ein deutliches Zeichen gesetzt gegen den motorisierten Individualverkehr. Regula Bieri, Büroleiterin im Regionalsekretariat der Gewerkschaft des Verkehrspersonals SEV in Zürich, meint denn auch: „Dem TCS empfehlen wir dringend, über Alternativen zu immer mehr Strassen nachzudenken und sich beispielsweise für den Ausbau des ZVV-Angebots einzusetzen.“  

 

Das überdeutliche Ja zu mehr gemeinnützigem Wohnungsbau in der Stadt Zürich zeigt für den GBKZ, dass die Bevölkerung die schleichende Verdrängung der unteren und mittleren Einkommensschichten aus der Stadt nicht hinnimmt und mit politischen Mitteln Gegensteuer geben will.

 

Faire Ferien!

Referat an der SVP-Delegiertenversammlung

von Julia Gerber Rüegg, Präsidentin Gewerkschaftsbund, SP-Kantonsrätin

 

Sehr geehrte Damen und Herren, werte SVP-Mitglieder

 

Ich freue mich, dass ich heute mit Ihnen ein Thema diskutieren darf, das zur warmen Jahreszeit passt. Die Ferieninitiative. Der Kantonsrat hat kurz bevor er für fünf Wochen in die Ferien verreist ist, eben diese Ferieninitiative abgelehnt. Das war ein Irrtum. Nun auch der Kantonsrat kann mal irren. Auch die SVP-Fraktion kann sich mal irren. Irren ist menschlich! Zum Glück gibt es jetzt noch das Volk, also Sie, das diesen Irrtum korrigieren kann.  

 

Es gibt viele gute Gründe der Ferieninitiative zuzustimmen. Gehen wir bei den nachfolgenden Gründen für einmal nicht von den Parteipositionen aus, sondern von den Zielen, die wir mit der Politik erreichen wollen.  

Mir ist im Zusammenhang mit dieser Initiative Folgendes wichtig:

  • Gute Pflege durch gut qualifiziertes, hoch motiviertes und ausgeruhtes Spital- und Pflegepersonal, wenn ich oder Familienangehörige dies nötig haben
  • Einen ausgeruhten Chirurgen, wenn ich eine Operation brauche, und ausgeruhte Feuerwehrleute, wenn es einmal brennt
  • Beschäftigte im Strassenunterhalt, die vollen Leistung bringen können, damit die Baustellen schnell wieder verschwinden
  • Faire, engagierte und motivierte Polizisten, die dem täglichen Stress auf der Strasse und im Umgang mit Straffälligen gewachsen sind 

Was hat das aber mit der Ferieninitiative zu tun, fragen sie mich jetzt…

Nun, die Initiative verlangt eine fünfte Ferienwoche für das öffentliche Personal, wie dies fast überall in der Privatwirtschaft und in der ganzen Schweiz heute üblich ist. Drei Viertel aller Beschäftigten in der Schweiz haben heute länger als vier Wochen Ferien – Sie selber sehr wahrscheinlich also auch. Auch rund die Hälfte der Kantone bietet den Beschäftigten bessere Ferienregelungen als wir sie haben. Dazu gehören Kantone wie der Aargau, Thurgau, Schaffhausen, aber selbst Appenzell Ausserrhoden.  

 

Der Kanton Zürich, seine Städte und die meisten Gemeinden im Kanton sind praktisch die einzigen, die den rund 33‘000 Beschäftigten in Spitälern, Pflegeheimen, im Strassenunterhalt, in der Zentralwäscherei, in der Verwaltung oder bei der Polizei nur vier Ferienwochen gönnen. Gemeinden wie Dübendorf, Kloten, Küsnacht, Rüti oder Zollikon aber beweisen, dass eine zusätzliche Ferienwoche noch nicht die Einführung des Sozialismus oder den Zusammenbruch der Privatwirtschaft bedeuten. Die Initiative für faire Ferien möchte nicht mehr und nicht weniger als eine faire Behandlung und Gleichstellung der Beschäftigten im öffentlichen Sektor gegenüber denen in der Privatwirtschaft.  

 

Das Gesundheitspersonal in den Spitälern, die PolizistInnen auf der Strasse, die LehrerInnen in den Schulen… sie alle sind heute hart gefordert, manchmal bis zum Anschlag und oft auch darüber hinaus. Sie alle wissen das. Die Sparmassnahmen der letzten Jahre hat häufig das Personal bezahlt. Stellen wurden gestrichen, Personalbestände reduziert, häufig bis an die Grenze des Zulässigen und Erträglichen.   Alle Personalverbände, die Gewerkschaften genauso wie der KV, der Verband der kantonalen Polizei Zürich und der Regierungsrat sind sich einig, dass eine zusätzliche Ferienwoche die Qualität der Arbeit und die Motivation der Beschäftigten verbessern würde. Frau Regierungsrätin Gut hat nämlich im Kantonsrat zu Protokoll gegeben, dass eine fünfte Ferienwoche eigentlich gut wäre. Mit der Initiative erhielten alle Angestellten zwischen dem 20. und dem 49. Altersjahr (das sind 60% der Beschäftigten oder 20'000 Angestellte) gleich lang Ferien wie fast alle anderen Beschäftigten.  

 

Gut, werden Sie denken, und wer soll das bezahlen? Der Regierungsrat rechnet mit Kosten von 3,67 Promillen der Gesamtausgaben. Das ist eine Grösse, die sich im Streubereich des Planungsbudgets von 12 Milliarden Franken bewegt. Allein die Abweichungen zwischen Budget und Rechnung  beim Personalaufwand sind grösser. Verglichen mit dem Nutzen sind also die Kosten für diese Initiative minimal. Dadurch zeichnen sich gute Investitionen aus: tiefe Kosten bei grossem Ertrag. Wenn sich das nicht lohnt!    

 

Hansueli Vogt wird Ihnen nun erklären, weshalb Sie trotz allen guten Gründen dennoch ein Nein beschliessen sollen. Aber wissen Sie, Herr Vogt ist jung und er ist Professor. Er krampft sicher viel, hat aber auch grosse Freiheiten in der Gestaltung seiner Arbeit. Und er hat keine Kinder. Und das ist ein springender Punkt: die Angestellten, die mit unserer Initiative eine fünfte Ferienwoche erhalten, sind zwischen 20 und 49 Jahre alt. Das sind genau die Jahre, wo die Leute Kinder haben. Unsere Initiative ist also auch eine Familieninitiative!    

 

Wenn wir also die Ziele einer guten Gesundheitsbetreuung, einer engagierten Polizei und eines motivierten Schulbetriebes erreichen wollen, wenn wir Familien wertschätzen wollen, sollten wir Ja sagen zu dieser Initiative – entgegen allen Parolen ihrer Parteileitung. Geben wir den Beschäftigten im öffentlichen Dienst, was Sie selber sicher schon haben und worauf Sie ungerne verzichten würden: die fünfte Ferienwoche. Ich empfehle Ihnen  also ein klares JA zu dieser Vorlage.    

10.11.2011

Grussbotschaft des Gewerkschaftsbundes des Kantons Zürich (GBKZ) zum Jubiläums-Apero des SAH Zürich vom 10. November 2011

Die im GBKZ zusammengeschlossenen Zürcher Gewerkschaften beglückwünschen das SAH zu seinem 75-Jahr-Jubiläum.

 

Ob in der Beratung und beruflichen Integration von erwerbslosen und Sozialhilfe beziehenden Personen, in der Arbeit für und mit MigrantInnen, oder in traditionelleren Formen der Hilfeleistung an Armutsbetroffene (Kinderferienlager): Die Regionalvereine des SAH leisten qualitativ hervorragende Arbeit. Vor dem Hintergrund von Finanzkrise und einem raueren Wind auf dem Arbeitsmarkt, von rassistischer Propaganda und Ausschlusstendenzen gegenüber Menschen fremder Herkunft - auch von staatlicher Seite - sind die Angebote des SAH Zürich von unschätzbarer Bedeutung: Für die Stärkung der Position sozial schwacher Bevölkerungsgruppen, und auch für den Zusammenhalt der Gesellschaft als Ganzer.

 

Die Gewerkschaften waren und sind auf vielfache Weise mit dem SAH verbunden – auf nationaler wie auf kantonaler und lokaler Ebene.

Immer wieder konnten wir davon profitieren, dass an 1. Mai-Kundgebungen in Zürich VertreterInnen von ausländischen Partnern des SAH eine internationale, gewerkschaftliche Perspektive einbrachten.

Die Beratungsstelle impuls-treffpunkt wird seit ihrer Gründung von den Zürcher Gewerkschaften aktiv mitgetragen, durch finanzielle Beiträge und durch die Mitarbeit erfahrener GewerkschaftsfunktionärInnen in der Betriebskommission bzw. bei den freitäglichen offenen Beratungen.

Der Lauf gegen Rassismus wurde in diesem Jahr zum zehnten Mal vom GBKZ und dem SAH Zürich gemeinsam durchgeführt; immer wieder konnten Projekte des SAH auch finanziell vom Ertrag dieses Sponsoring-Events profitieren.

 

Wir wünschen unserem Hilfswerk alles Gute und weiterhin viel Erfolg bei der Erfüllung seiner wichtigen Aufgaben im Interesse einer menschlicheren, weltoffenen und solidarischen Gesellschaft!

 

Julia Gerber Rüegg, Präsidentin des GBKZ

 

 

Mehr politisches Gewicht für die Werktätigen

Liebe Leserin, lieber Leser

liebe Wählerin, lieber Wähler

 

In den nächsten Tagen erhalten Sie per Post die Wahlunterlagen für die National- und Ständeratswahlen vom 23. Oktober zugeschickt.

 

Damit liegt der Ball nun bei Ihnen! In den letzten Jahren wurden Einkommen und Vermögen ständig von unten nach oben umverteilt. Wir alle mussten bezahlen für die Steuergeschenke an die Superreichen, die sich auf Kosten der grossen Mehrheit bereichert haben. Aber jetzt können Sie das Ruder rumwerfen und sagen: Es reicht! Genug davon! Wir wollen endlich eine andere Politik! Eine Politik, die für uns alle da ist und nicht nur für die Reichen.

 

Die Gewerkschaften wollen gute und sichere Arbeitsplätze. Sie stehen ein für gerechte Löhne, für soziale ­Sicherheit und für eine anständige Altersvorsorge. Kurz, wir Gewerkschaften vertreten die Anliegen und ­Interessen der Menschen in unserem Land, die von ihrer Arbeit und einem normalen Lohn leben müssen.

 

Nehmen Sie an den eidgenössischen Wahlen vom 23. Oktober teil und wählen Sie die Kandidierenden der Gewerkschaften! Sie haben die Wahl!

 

In den nächsten Tagen schicken wir Ihnen weitere Informationen und Hinweise auf unsere Kandidatinnen und Kandidaten.

Wir würden uns freuen, wenn Sie diese beim Ausfüllen der Wahlunterlagen berücksichtigen und sie vielleicht sogar an Ihre Bekannten und FreundInnen weiterleiten.

 

Weitere Informationen zu den Nationalratswahlen, den KandidatInnen usw. hier

 

 

Fair Play statt ausländerfeindliche Hetze

10. Lauf gegen Rassismus am 25. September 2011: Unterlagen zur Medienkonferenz

Ein Sieg für die Gerechtigkeit

Das steuerpolitische Gratis-Halbtax-Abo für Superreiche wurde abserviert. Ein Sieg für die Gerechtigkeit. Nachdem die Bevölkerung Steuergeschenken für die Reichen einmal mehr eine Abfuhr erteilt hat, ist endlich steuerpolitische Umkehr angesagt.  

 

Medienmitteilung, Zürich, 4. September 2011. Mit Freude und grosser Genugtuung nimmt der Gewerkschaftsbund des Kantons Zürich GBKZ die Ablehnung der verlogenen Initiative „Für einen wettbewerbsfähigen Kanton Zürich“ zur Kenntnis. Mit sehr grosser Mehrheit haben die Stimmberechtigten des Kantons Zürich es abgelehnt, die Vermögenssteuer zu halbieren und den Reichsten der Reichen ein Steuergeschenk von rund 600 Millionen Franken zu machen. Einmal mehr erfahren die Superreichen und ihre politischen Interessenvertreter in SVP und FDP damit eine Abfuhr. GewinnerInnen sind die grosse Mehrheit der Bevölkerung, die Demokratie und die Gerechtigkeit.  

 

Julia Gerber Rüegg, Präsidentin des Gewerkschaftsbundes des Kantons Zürich GBKZ, brachte die Position der Gewerkschaften auf den Punkt: „Die Menschen haben es satt, die Rechnung zu bezahlen für die masslose Bereicherung der Millionäre und Milliardäre. Nachdem jahrelang die Reichen immer reicher wurden, während die grosse Mehrheit der Bevölkerung bei Einkommen und Vermögen zurückfielen, muss die Politik jetzt endlich eine Umkehr zu steuerpolitischer Gerechtigkeit einläuten.“  

 

Die Annahme des Sozialhilfegesetzes erlaubt die Unterstellung der vorläufig Aufgenommenen unter die ordentliche Sozialhilfe. Der Gegenvorschlag der SVP gegen diese sinnvolle Neuerung hatte vor dem Volk keine Chance; die Dauerhetze gegen AsylbewerberInnen und ImmigrantInnen wird offenbar immer weniger goutiert. Weiterhin Bedenken hat der GBKZ bezüglich der im Gesetz enthaltenen Bespitzelungsaspekte und der damit verbundenen Verletzung der Grundrechte. Hier wird es darum gehen, die Praxis genau zu verfolgen und wenn nötig zu korrigieren.  

 

Der GBKZ freut sich auch über das überaus deutliche Ja zur Stadtzürcher Wohnbauaktion. Damit ist sicher gestellt, dass auch bei steigenden Immobilienpreisen Personen mit niedrigem und mittlerem Einkommen nicht völlig aus der Stadt verdrängt werden. Profitieren werden die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, aber auch das soziale Klima in der Stadt.

34 aktive GewerkschafterInnen nach Bern

Die Wahlempfehlungen des GBKZ für die National- und Ständeratswahlen

Medienmitteilung

 

Personenfreizügigkeit oder Masseneinwanderung?

Podiumsgespräch im Volkshaus Zürich am Dienstag, 6. September 2011, 19.30 Uhr

Ansichten, Standpunkte, Kommentare von

  • Julia Gerber Rüegg, Präsidentin GBKZ/Kantonsrätin SP
  • Philipp Kutter, Stadtpräsident Wädenswil/Kantonsrat CVP
  • Alfred Heer, Nationalrat SVP/Präsident SVP Kanton Zürich

Moderation und Leitung: Res Strehle, Co-Chefredaktor Tages-Anzeiger

 

 

Abstimmungsparolen des GBKZ

Die Delegiertenversammlung des Gewerkschaftsbundes des Kantons Zürich (GBKZ) vom 23. Juni hat die Parolen zu den kantonalen Abstimmungen vom 4. September 2011 beschlossen. Vor allem gegen die Kantonale Volksinitiative „Für einen wettbewerbsfähigen Kanton Zürich“ wollen die Gewerkschaften mobilisieren.

 

Mit klarer Mehrheit beschlossen die rund 50 Delegierten folgende Abstimmungsparolen:

Gesetz über die hauswirtschaftliche Fortbildung: NEIN

Volksinitiative „Für einen wettbewerbsfähigen Kanton Zürich: NEIN

Sozialhilfegesetz und Gegenvorschlag: 2x NEIN

Stichfrage: Vorlage A (Regierung)

 

Besonders die Initiative mit dem scheinheiligen Titel „Für einen wettbewerbsfähigen Kanton Zürich“ wurde hart kritisiert. Julia Gerber Rüegg, Präsidentin des Gewerkschaftsbundes des Kantons Zürich GBKZ, brachte die Position der Gewerkschaften auf den Punkt: „Es gibt keinen Grund, der Halbierung der Vermögenssteuer zuzustimmen und den Superreichen weitere Steuergeschenke zu machen, wie es die Milliardärspartei SVP mit dieser Volksinitiative verlangt.“

 

Bei den Parolen zur Abstimmung über das Sozialhilfegesetz und den Gegenvorschlag folgt der GBKZ der Parolenfassung des VPOD. Dieser lehnt das Sozialhilfegesetz und den Gegenvorschlag ab. Bereits bei der Vernehmlassung hat sich der VPOD entrüstet, dass dem ganzen Gesetz ein Generalverdacht zugrundeliegt. Die sensiblen Daten von Personen, welche an die Sozialhilfeorgane gelangen, werden nicht mehr genügend geschützt. Der VPOD wehrt sich dagegen, dass aufgrund der Stimmungsmache gegenüber Personen, die in eine Notlage geraten sind, nun diese in ihren Grundrechten beschnitten werden sollen. Es kann nicht sein, dass Daten bei Dritten eingeholt werden, ohne dass jemand vorgängig darüber informiert werden muss. Der Gesetzgeber argumentiert, dass die Fürsorgebehörden bei „unkooperativem“ Verhalten ein Instrument erhalten sollen. Der Ermessensspielraum für die in der Sozialhilfe tätigen Personen wird so sehr ausgeweitet. Zudem ist dieser Trend auch in anderen Bereichen erkennbar. Es kann nicht sein, dass ein Gesetz auf Misstrauen beruht. Der Staat ist verpflichtet, den BürgerInnen mit Vertrauen zu begegnen.

Die Rechte, welche den vorläufig aufgenommenen Personen gewährt werden sollte, werden vom VPOD sehr begrüsst. Diese Personen sind teilweise jahrelang in der Schweiz, ohne dass sie die Möglichkeit haben, sich beruflich und gesellschaftlich zu integrieren. Deshalb lehnt der VPOD den Gegenvorschlag ab.

Auch wenn der VPOD die Unterstellung der vorläufig Aufgenommenen unter die ordentliche Sozialhilfe begrüsst, so hat er doch aufgrund der Bedenken bezüglich der Grundrechte die 2x NEIN-Parole beschlossen. Dem Gesetzgeber soll so die Gelegenheit gegeben werden, ein ausgewogeneres Gesetz vorzulegen.

 

ausführlichere Medienmitteilung

Zum 1. August 2011

Schaffen wir die Heimat neu!

Rede zum 1. August 2011 in Mönchaltorf von Julia Gerber Rüegg, Kantonsrätin SP hier

30.06.2011

Medienmitteilung: Ein Hauch von Vernunft im Hause Gut

Es hat viel gebraucht, bis FDP-Finanzdirektorin Ursula Gut endlich Vernunft annahm und sie sich über ihr bürgerliches Sparcredo hinwegsetzte. Nach Jahren der Verzögerungs- und Hinhaltetaktik wird nun das Gesetz endlich befolgt und die kalte Progression ausge­glichen.

zur Medienmitteilung vom 30. Juni hier

 

Medienmitteilung: Schluss mit der Bauvergabe an Lohndrücker!

Die Regierung darf kein Lohndumping zulassen!

Trotz Bundesgerichtsurteil werden immer noch Aufträge der öffentlichen Hand an Anbieter vergeben, die sich nicht an die gültigen Arbeitsbestimmungen halten. Damit muss endlich Schluss sein, fordern drei KantonsrätInnen mit einem Postulat.

Die Medienmitteilung vom 29. Juni 2011 hier

Verteilungsgerechtigkeit statt Steuergeschenke

Beitrag von Julia Gerber Rüegg, Präsidentin Gewerkschaftsbund des Kantons Zürich GBKZ an der Medienkonferenz vom 26. August 2011

 

Am Wochenende  vom 4. September kommt in Zürich die Volksinitiative „Für einen wettbewerbsfähigen Kanton Zürich“ zur Abstimmung. Die Gewerkschaften haben klar und einstimmig die Nein-Parole beschlossen – mit gutem Grund.  

 

Wer wäre nicht für einen wettbewerbsfähigen Kanton Zürich? Sind wir doch alle. Aber die Initiative aus SVP-Kreisen, die sich hinter diesem Titel versteckt, verlangt nichts weniger als die Halbierung der Vermögenssteuer! Eine „Volkspartei“ an der Front für die Privilegiertesten – und auf Kosten der grossen Mehrheit der Bevölkerung.  

 

Noch mehr Steuerprivilegien für die Superreichen?

Grossprofiteure der geforderten Halbierung der Vermögenssteuer wären die Multimillionäre, bei kleineren Vermögen fällt die Entlastung dagegen kaum ins Gewicht. Schon im letzten Jahrzehnt wurden die Steuern um 1 Milliarde jährlich gesenkt, hauptsächlich zugunsten der kleinen Minderheit der Wohlhabendsten. Das reicht. Es ist nicht einzusehen, warum mit neuen Steuerprivilegien wiederum ausgerechnet jene begünstigt werden, denen die Steuern am wenigsten wehtun. Gerade die grössten Vermögen beruhen zudem oft nicht auf eigener Leistung, sondern wurden ererbt. Deshalb hat der Gewerkschaftsbund auch die Initiative für eine nationale Erbschaftssteuer mitlanciert.

Mit der jetzigen Mogelpackung wollen Gewerbeverband, SVP und Konsorten den Reichsten der Reichen weitere 600 Millionen Franken jährlich schenken. Das ist mehr als die gesamten Beiträge zur Verbilligung der Krankenkassenprämien im Kanton Zürich!  

 

Eine „Volkspartei“ für Superreiche

Die Initiative wurde von SVP-Kreisen lanciert und im Kantonsrat auch einzig und allein von der SVP unterstützt. Alle anderen Parteien von links bis rechts und der Regierungsrat sprachen sich dagegen aus. Obwohl sich die SVP „Volkspartei“ nennt, macht sie hier knallharte Politik für die Reichen und gegen die grosse Mehrheit des Volkes. Mit dieser Initiative zeigt die SVP, was sie wirklich ist: eine Milliardärs-Partei, die sich für Steuergeschenke an den Wohlhabendsten einsetzt – auf Kosten aller anderen.  

 

Die verführerische Forderung nach einem „Halbpreis-Rabatt“ bei der Vermögenssteuer ist ein vergiftetes Geschenk. Die Steuergeschenke an die Reichsten der Reichen würden zu massiven Steuerausfällen führen, die kompensiert werden müssten. Dazu gibt es zwei Möglichkeiten, die beide von der grossen Mehrheit der Bevölkerung berappt werden müssten. Steuererhöhungen oder Leistungsabbau in den Schulen, beim öffentlichen Verkehr, bei der Polizei und in der Pflege.  

 

Den Reichsten können beide Alternativen egal sein. Die Schulqualität sinkt? Kein Problem. Für Reiche gibt es ja Privatschulen. Schlechte öffentliche Krankenhäuser? Die Reichen können sich problemlos ein Privatspital leisten. Die Steuern steigen? Das wäre zwar lästig, aber die Steuerkompensationen hätten die Vermögendsten ja schon vorab mehr als bezogen.  

 

Mit der nächsten Steuererhöhung würden die Normalverdienenden zur Kasse gebeten. Und private Alternativen zu den fehlenden Leistungen im Service public können sich untere und mittlere Einkommen schlicht nicht leisten.  

 

Zürich als unsozialer Spitzenreiter

Der Kanton Zürich ist unsozialer Spitzenreiter, wenn es um die Verteilung von Lohn und Vermögen geht. Seit den 1990er-Jahren wird die Einkommens- und Vermögensverteilung in der Schweiz immer ungleicher und damit ungerechter. Die Reichsten wurden ständig noch reicher und die Kluft zu den Normalverdienenden nahm stetig zu. Der Kanton Zürich gehört zu den Spitzenreitern dieser Ungerechtigkeit. Ein paar Zahlen gefällig[1]?  

  • Bezogen die reichsten Einkommensbezüger (1%) 1995 noch 7.7 Prozent aller Einkommen, so waren es 2007 bereits 9.4 Prozent.
  • Die grosse Mehrheit der Kantonsbevölkerung bezog 1995/96 71.1 Prozent aller Einkommen. 2007 waren es noch 68.4 Prozent.  

Die Verteilung der Vermögen ist noch viel ungleicher als die Verteilung der Einkommen:  

  • Die reichsten 10 Prozent aller Zürcherinnen vereinten 2007 mehr als drei Viertel aller Vermögen auf sich.
  • Die reichsten 2.2 Prozent weisen genau gleich viel Vermögen aus wie die übrigen 97.8 Prozent  aller Zürcherinnen und Zürcher.  

Noch krasser wird dieses Bild der Ungleichheit, wenn man bedenkt, dass von den 40 Prozent aller Vermögen, welche den Reichsten 1 Prozent gehören, wiederum mehr als ein Viertel (11.1%) aller Vermögen in den Händen des reichsten Prozentes dieser Wohlhabendsten 1% liegt.  Bei diesen 0,01 Prozent der Superreichen handelt es sich um bloss 81 Personen.   

 

Die Durchschnittsvermögen im Kanton Zürich stiegen von 1995 bis 2007 deutlich:

  • Teuerungsbereinigt besassen die Zürcher 2007 23 Prozent mehr als 12 Jahre zuvor.
  • Die Anzahl Steuerpflichtigen mit einem Vermögen von über 2 Millionen Franken  wuchs zwischen 1995 und 2007 um 77 Prozent.
  • Mit einem Wachstum von 93 Prozent verdoppelte sich die Anzahl der Steuerpflichtigen mit einem Vermögen von mehr als 5 Millionen Franken.  

 

Umkehr zur Vernunft

Diesen Reichen und Superreichen will die SVP und ihr Gefolge nochmals um 600 Millionen Franken schenken. Mit solchem Unsinn gefährden sie nicht nur den  sozialen Frieden, sondern auch ein nachhaltiges Wachstum des Kantons und seine Innovationsfähigkeit. Schluss damit! Sogar der „Sonntagsblick“ hielt fest: „Die Superreichen können ihre Millionen und Milliarden gar nicht konsumieren oder investieren. Aber sie können damit Parteien finanzieren, Politiker beeinflussen oder private Steuerdeals aushandeln: schlecht für die Wirtschaft, schlecht für die Demokratie.“[2]  

 

Das Zürcher Stimmvolk hat mit klarer Mehrheit 2009 die Pauschalsteuerprivilegien für reiche AusländerInnen abgeschafft und mit der Ablehnung der regierungsrätlichen „Steuerstrategie“ im Mai 2011 erneut bekräftigt, dass eine Mehrheit Vernunft statt Abbaupolitik will. Nun geht es darum den „Turnaround“ zu schaffen und endlich wieder zu einer vernünftigen und sozialen Steuerpolitik zurückzukehren. Das unsoziale Steuerexperiment aus der SVP-Küche muss dazu deutlich gebodigt werden. Wir Gewerkschaften fordern Umkehr!  

 

Fazit

Es gibt keinen Grund dafür aber viele dagegen, der Halbierung der Vermögenssteuer zuzustimmen und den Superreichen weitere Steuergeschenke zu machen, wie es die Milliardärspartei SVP mit dieser Volksinitiative verlangt.  

 

Nicht nötig, nicht sinnvoll, nicht finanzierbar: Keine Steuerexperimente!

Darum am 4. September: NEIN zur Halbierung der Vermögenssteuer!  

 

[1] Auswertung der Einkommens- und Vermögensdaten des Kantons Zürich im Rahmen des SGB-Verteilungsberichtes (www.verteilungsbericht.ch). Eine Besprechung der Verwendung der Steuerdaten zur Messung der einkommens- und Vermögensungleichheit findet sich im methodischen Anhang des Verteilungsberichtes.

[2] Sonntagsblick, 15. Mai 2011, „Wer hat dem wird gegeben“, Werner Vontobel

 

Weitere Informationen gegen diese Vorlage und Beiträge an der Medienkonferenz unter www.steuerprivilegien-nein.ch

Medienmitteilung: Lohngleichheit endlich durchsetzen!

Gleicher Lohn für gleiche Arbeit – der Anspruch ist in der Verfassung festgeschrieben. Trotzdem besteht die Lohnungerechtigkeit weiterhin. Drei Kantonsrätinnen fordern die Regierung auf, dagegen endlich handfeste Massnahmen zu ergreifen.

zur Medienmitteilung

GBKZ unterstützt VPOD-Referendum JA zum Schutz der PatientInnen und des Gesundheitspersonals im Kanton Zürich

Information des VPOD und Referendumsbogen zum Herunterladen hier

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Berichterstattung vom 1. Mai in Zürich

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Abstimmungen vom 15. Mai 2011

Medienmitteilung zu den Abstimmungsresultaten

 

Zum 1. Mai 2011: Lohndruck stoppen - Mindestlöhne jetzt!

 

Noch nie waren die Reichen so reich. Noch nie war der Graben zwischen der Elite und den normalen Leuten so weit offen. Schluss damit!

 

Sie tun, als ob nichts gewesen wäre: Die Wirtschaftskapitäne und die Spitzenmanager erbeuten wieder ihre Millionenboni. Und ihre Helfer in der Politik sorgen dafür, dass sie dies ungestört tun können.

 

Die Löhne der Normalverdienenden dagegen sind unter Druck. Immer mehr Arbeit wird in Billigfirmen ausgelagert. Die Arbeitslosigkeit ist weiterhin hoch. Die Zahl der Temporärstellen nimmt massiv zu. Die Frauenlöhne hinken nach wie vor denjenigen der Männer hinterher. Auf der anderen Seite steigen Mieten und Gebühren ständig an. Die Prämien der Krankenkassen explodieren geradezu. Und die Angriffe auf die Sozialwerke folgen sich in dichter Reihenfolge.

 

Eine Familie muss von einem Erwerbsarbeitspensum von 100 Prozent leben können. Für mehr als 400‘000 Menschen in der Schweiz gilt das nicht. Sie bewegen sich am Rande der Armutsgrenze und sind auf zusätzliche Sozialhilfe angewiesen.

Doch auch Normalverdienende haben Mühe. Obwohl die Unternehmen Gewinne machen, sind die Löhne unter Druck. Während auf der Teppichetage Boni und Entschädigungen wild wuchern, lasten für Normalverdienende die Krankenkasse und die ständig steigenden Mieten schwer auf dem Portemonnaie. 

 

Viele Unternehmen versuchen die Lohnkosten zu senken. Wettbewerbsfähigkeit, der tiefe Euro, die globale Krise… mit allen möglichen und unmöglichen Argumenten lagern Unternehmen die Arbeit an Billigfirmen aus oder beschäftigen kostengünstiges Personal von Temporärfirmen. Oder sie verlängern die Arbeitszeiten und verweigern Lohnerhöhungen. Und ein eigentlicher Skandal sind die Löhne der Frauen! Trotz Gleichstellungsgesetz besteht die Lohn­diskriminierung weiter.

 

Die Gewerkschaften in der Schweiz reihen sich ein in den weltweiten Kampf der Lohnabhängigen für gerechte Löhne und die Würde der Arbeit. Hier in der Schweiz fordern wi

  • Schluss mit der Lohndrückerei - Mindestlöhne jetzt! Alle Frauen und Männer, die in der Schweiz arbeiten, haben das Recht auf einen anständigen Lohn. Eine nationale Volksinitiative der Gewerkschaften leistet dieser Forderung Nachdruck: 22 Franken Mindestlohn pro Stunde, 4000 Franken mindestens pro Monat. Dies muss in den Gesamtarbeitsverträgen festgeschrieben werden. Und wo es keine solchen gibt, muss das Gesetz die Mindestlöhne durchsetzen.
  • Schluss mit Kaputt-Sparerei und Abbaupolitik auf Kosten der Lohnabhängigen. Wir lassen keine Schweiz zu, in der AHV, IV, Arbeitslosen- und Unfallversicherung kaputtgespart werden. Wir lassen keine Schweiz zu, in der die sozial Schwachen wieder betteln sollen. Mit dem Projekt „AHVplus“ wollen wir die Rentenlücke bei den unteren und mittleren Einkommen schliessen. Die älteren Menschen sollen ein Leben in Würde führen können.
  • Gerechtigkeit für alle: Lohnerhöhungen für alle statt Boni für die Teppichetagen. Lohngleichheit jetzt! Schluss mit den Steuergeschenken für Reiche. Wir sind es, die dann mit höheren Gebühren und einem Abbau von Versicherungsleistungen zur Kasse gebeten werden um die Löcher zu stopfen, welche die Steuergeschenke in die Kassen reissen. Hohe Erbschaften müssen besteuert werden. Die Krankenversicherung ist gerechter zu finanzieren und der gemeinnützige Wohnungsbau voranzutreiben.

 

Für diese Forderungen gehen an rund 50 Orten mehrere Zehntausend Menschen auf die Strasse. Im finden Kundgebungen statt in Bülach, Dietikon, Horgen, Uster, Winterthur und in der Stadt Zürich.

 

Mit Bundespräsidentin Micheline Calmy-Rey setzt sich in der Stadt Zürich als Kundgebungs-Rednerin auch die höchste Schweizerin für diese Anliegen ein. Auch sie fordert, dass Lohn­gleichheit und Lohngerechtigkeit endlich Wirklichkeit werden. Vor allem in der Untervertretung von Frauen in Wirtschaft und Verwaltung sieht Calmy-Rey grossen Handlungsbedarf. Es sei bedauernswert, dass Frauen noch immer zwischen Karriere und Kind entscheiden müssten und dass es für Mütter keinen finanziellen Anreiz gäbe zu arbeiten, da die Krippenplätze oft so viel kosten, wie die Mütter verdienen. Mit dieser Aussage weist die Bundespräsidentin auch darauf hin, dass zahlreichen Frauen und Müttern besser gedient wäre, wenn sie einen fairen Mindest­lohn erhalten würden, der ihrer Arbeitsleistung entspricht und ein Leben in Würde garantiert.

Um dieser Forderung Ausdruck zu verleihen, marschiert an der Spitze des 1. Mai-Umzuges ein von den Gewerkschaften organisierter Frauenblock.

 

Als erster Redner wird Alain Carrupt, Ko-Präsident der neuen Gewerk­schaft syndicom, zu den KundgebungsteilnehmerInnen sprechen. Als Gewerkschafts­aktivist und –funktionär setzt er sich seit vielen Jahren ein für Respekt und Solidarität in Gesellschaft und Arbeit. Respekt für die Rechte der Arbeitnehmenden, für soziale Gerechtigkeit, für Chancengleichheit, Respekt für Verschiedenartigkeit, Respekt vor der Person und ihrer Würde, sind zentrale Anliegen seines gewerkschaftlichen Engagements. Und wie er sagt: „Die beste Art, um Respekt zu fordern, ist die Solidarität.“ Respekt und Solidarität als untrennbar verbundene Werte gehören zentral zum 1. Mai.

Carrupt geisselt den „Kult der Aktionäre“ und die „ungezügelte Gier nach Profitmaximierung der Unternehmungen“. Diese führe zu Entlassungen, Restrukturierungen, Verlagerungen und vor allem zu einer massiven Verschlechterung der Arbeitsbedingungen. Die Flexibilisierung bezweckt, dass die Angestellten den Unternehmen permanent zur Verfügung stehen müssen, was sie zu eigentlichen „Sklaven der Moderne“ macht. Der Kampf für Mindestlöhne und gegen die profitgeleitete Privatisierungspolitik sei ein wichtiges Element der gewerkschaftlichen Interessenvertretung und der Verteidigung von Respekt und Solidarität bei der Arbeit. Die Sozialpartnerschaft könne nur Bestand haben, wenn die Unternehmer die Arbeit und die Arbeitenden respektierten. Und Respekt erreiche man eben am besten mit Solidarität. Carrupt ruft auf zur „Leidenschaft für die soziale Gerechtigkeit, die Leidenschaft für den militanten Einsatz zu Gunsten unserer grundlegenden Werte, Respekt und Solidarität“.

 

Als Gastredner des 1. Mai-Komitees wird Gregor Gysi, Bundestagsabgeordneter der deutschen Linken, den 1. Mai in einen internationalen Kontext stellen. Das SED-Mitglied bemühte sich nach dem Mauerfall um einen ideologischen Bruch seiner Partei mit der DDR-Vergangenheit. Dennoch wurde Gysi mit den Vorwürfen konfrontiert, für die Stasi gearbeitet zu haben. 1989 entstand unter dem Namen PDS eine neue linkssoziale Partei, mit der Gysi auch im Westen Deutschlands Fuss fassen wollte. Diese fusionierte 2007 mit einer Gruppe von SPD-Protestwählern zur Partei „die Linke“. Seit 2009 ist Gysi Bundestagsabgeordneter seiner Partei.

 

weitere Informationen zum Thema:

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Der Arbeit eine starke Stimme

Der Gewerkschaftsbund des Kantons Zürich empfiehlt für die Kantons-ratswahlen vom 2./3. April eine Liste von 54 aktiven Gewerkschafts-mitgliedern aus dem ganzen Kanton zur Wahl. Die Portierten sind Mitglied verschiedener Gewerk­schaften und kandidieren auf unterschiedlichen Listen. Gemeinsam ist ihnen das Engagement für einen sozialen und solidarischen Kanton und ihre Parteinahme für die Lohnabhängigen.

 

Schon heute verfügen die Gewerkschaften im Zürcher Kantonsrat über eine engagierte Interessenvertretung. Die Gewerkschaftliche Gruppe im Kantonsrat umfasst 25 Mit­glieder der SP, der Grünen und der Alternative Liste. Zusätzlich zu den bisherigen und wieder antretenden Gewerkschafter/innen werden in allen Wahlkreisen von Andel­fingen bis Zürich neue Kandidat/innen zur Wahl empfohlen, die sich in ihrem Verband auch engagieren.

 

Grundlage für die Wahlempfehlung der 54 Kandidat/inn/en ist eine ausführliche Wahlplattform „für einen sozialen und solidarischen Kanton Zürich“. Die Kandidat/inn/en nehmen darin Stellung für einen Kanton, „in dem die Schere zwischen Arm und Reich nicht weiter aufgeht“, in dem „Arbeit ihren Wert und ihre Würde hat“ und „in dem Menschen von ihrer Arbeit anständig leben können“. Die Wortwahl lässt an Deutlichkeit nichts zu wünschen übrig: „Wir wollen nicht, dass der Kanton Zürich zum Paradies für Banker und Bosse verkommt, wo die Reichen über uns herrschen wie Feudalherren im Mittelalter über ihre Untertanen.“

 

Julia Gerber Rüegg, SP-Kantonsrätin und Präsidentin des Gewerkschaftsbundes, hofft, dass „die bürgerlichen Parteien die Rechnung erhalten für ihre ewige Spar- und Abbaupolitik gegen die ganze Bevölkerung“. Die Stimmbürger/innen hätten die Wahl: „Sie können dafür sorgen, dass in Regierung und Parlament Leute gewählt werden, die wie die meisten von uns wegen ständig steigender Kosten für Miete und Krankenkasse jeden Monat weniger zum Leben haben.“

 

Die Wahlplattform, die in neun Punkten eine Art Legislaturprogramm zu unter­schied­lichen Politikfeldern vorlegt, stellt deutliche Forderungen an eine zukunfts­fähige und menschenverträgliche Politik. Um ihren Forderungen Nachdruck zu verleihen und ihre Kandidat/inn/en zu unterstützen, hat der Gewerkschaftsbund eine Wahlkampagne lanciert, die sich gezielt an die Menschen im Kanton Zürich richtet, die von ihrem Lohn leben müssen.

 

Für den Regierungsrat empfehlen die Gewerkschaften Regine Aeppli (SP), Mario Fehr (SP) und Martin Graf (Grüne) zur Wahl.

Informationen zu den Kantonsratswahlen

Skandalöser Entscheid in Bern - Kanton muss in die Lücke springen

Laut Bundesamt für Gesundheit (BAG) steigen die Krankenkassenprämien 2011 für grundversicherte Erwachsene im Kanton Zürich überdurchschnittlich um 6,8 Prozent. Selbst die Gesundheitsdirektion des Kantons Zürich schätzt den Anstieg der Zürcher Prämien als überhöht ein und ist über das Vorgehen des BAG enttäuscht. Der Gewerkschaftsbund Kanton Zürich (GBKZ) fordert dringliche Massnahmen.

Die Gesundheitsdirektion des Kantons Zürich hat darauf hingewiesen, dass die Reserven aller Versicherer im Kanton Zürich die gesetzlichen Mindestvorgaben wegen überhöhter Prämien in den Vorjahren um mehr als 400 Millionen Franken überschritten. Konkret wurde gefordert, bei allen Versicherern mit überhöhten Reserven für 2011 keine Prämienerhöhungen über 5 Prozent zuzulassen.

Der Gewerkschaftsbund des Kantons Zürich (GBKZ) fordert:

 

Echte Eingriffe statt Pflästerli

 

Nachdem der Bund der Zürcher Bevölkerung rücksichtslos überdurchschnittliche Erhöhungen ihrer Krankenkassenprämien zumutet, muss der Regierungsrat nun dringend in die Lücke springen:

  • Der Kanton muss den im Rahmen des „Sanierungspaketes“ San10 angedrohten Abbau der Prämienverbilligung sofort zurückziehen
  • Der Kanton muss seine Leistungen auf über 100% der Bundesbeiträge erhöhen, um die tiefen und mittleren Einkommen via Verbilligung zu entlasten.


Gewerkschaftsbund des Kantons Zürich (GBKZ) fordert Zuwarten beim Leistungsabbau

Revision der Arbeitslosenversicherung in der Stadt Zürich nur äusserst knapp angenommen

Der Gewerkschaftsbund des Kantons Zürich (GBKZ) nimmt mit Genugtuung zur Kenntnis, dass die Stimmbürgerinnen und Stimmbürger der Stadt Zürich die Revision der Arbeitslosenversicherung nur äusserst knapp angenommen haben. Als von Arbeitslosigkeit stark betroffener Gemeinde zeigt Zürich damit Sensibilität gegenüber den von Erwerbslosigkeit Betroffenen. Dies verpfliichtet den Kanton bei der Umsetzung zu grösster Zurückhaltung.

Im Kanton Zürich haben die Stimmbürgerinnen und Stimmbürger die Revision der Arbeitslosenversicherung wie in der ganzen Schweiz mehrheitlich angenommen. Das Resultat zeigt aber die grossen Vorbehalte gegenüber der Vorlage angesichts von Leistungskürzungen für Arbeitslose mitten in der Krise. Für den GBKZ ist klar, dass dies bei der Umsetzung berücksichtigt werden muss: Leistungskürzungen dürfen erst erfolgen, wenn die Krise sicher überstanden ist und sich der Arbeitsmarkt deutlich erholt hat.

Der GBKZ erinnert daran, dass der Zürcher Stadtrat mit Mehrausgaben bei der Sozialhilfe „in Millionenhöhe“ rechnet. Die Budgets von Kanton und Gemeinden werden also in den nächsten Jahren wegen dieses Abstimmungsresultates deutlich stärker belastet werden. Die Gewerkschaften im Kanton Zürich werden dafür kämpfen, dass diese Mehrausgaben nicht auf Kosten anderer wichtiger Staatsaufgaben gehen.

Im Einklang mit dem Schweizerischen Gewerkschaftsbund wird der GBKZ überdies den Druck verstärken, um die Finanzierung der Arbeitslosenversicherung gerechter auszugestalten. Die Diskussion während der Abstimmungskampagne hat gezeigt, dass die heutige Finanzierung der Arbeitslosenversicherung auf grosse Kritik stösst. Dass die hohen und höchsten Einkommen von Beitragszahlungen befreit sind, stiess selbst im Lager der Befürworter der Revision teilweise auf Ablehnung.

AVIG-Revision: Mehr zahlen für weniger Leistung? Nein!

Leserbrief von Julia Gerber Rüegg, Präsidentin des Gewerkschaftsbundes des Kantons Zürich und Kantonsrätin

Die Arbeitslosenversicherung ist hoch verschuldet und muss saniert werden – darin sind sich alle einig. Doch wie konnte es überhaupt so weit kommen? Im Jahr 2003 wurden die Lohnbeiträge an die Arbeitslosenversicherung aufgrund falscher Annahmen von 3 auf 2 Prozent gesenkt und die Solidaritätsabgabe von 2 Prozent für TopverdienerInnen ab einem Einkommen von 126'000 Franken gestrichen. Es war insbesondere ein Fehler, die hohen Einkommen zu entlasten. Denn genau dieses Geld fehlt heute. Die neue Vorlage des Parlamentes sieht nun aber vor, dass nur der Beitrag für NormalverdienerInnen erhöht wird. Für Einkommensteile zwischen 126'000 und 315'000 Franken soll er lediglich 1 Prozent betragen, und über 315'000 Franken wird gar kein Beitrag erhoben. Im Klartext heisst das, dass die Manager, welche die jüngste Finanz- und Wirtschaftskrise wesentlich zu verantworten haben, nicht in die Pflicht genommen werden. Dafür sollen ältere Arbeitnehmende, Junge und Wiedereinsteigerinnen die Folgen der verfehlten Entlastungen der letzten Revision und der Krise allein tragen, indem sie mehr zahlen für weniger Leistung. Und weil das nicht aufgeht, werden zusätzlich die Gemeinden und Kantone mit Steuergeldern in die Bresche springen müssen. Diese Revision ist ungerecht und ein finanzpolitischer wie volkswirtschaftlicher Unsinn. Sie verdient ein deutliches Nein! Nur so wird der Weg frei für eine sichere Arbeitslosenversicherung ohne unzumutbare Leistungskürzungen, in die alle gleich viel zahlen.


Aktionstag der GBKZ-Frauenkommission vom 14. Juni 2010

Zürcher Gewerkschaftsfrauen haben am 14. Juni auf Zürcher Plätzen nachgefragt: müssen wir Frauen 20 Jahre nach dem Frauenstreik am 14. Juni 2011 ein deutliches Zeichen setzen? Impressionen vom Aktionstag finden Sie HIER.
Wir wollen Ihre Stimme! Was sagen Sie dazu? Müssen wir Frauen wieder streiken? Die Umfrage vom Aktionstag wird auf unserer Website online weitergeführt. Zur Umfrage 


Volksinitiative Kinderbetreuung JA!

Kinderbetreuung JA!

Die Volksinitiative „Kinderbetreuung JA!“ wurde unter der Federführung des Zürcher Gewerkschaftsbundes lanciert. Sie will, dass der Kanton zusammen mit den Gemeinden und Privaten ein ausreichendes Angebot an familienergänzender Betreuung gewährleistet. Die Initiative ist pragmatisch formuliert, entlastet die Gemeinden und berücksichtigt die gewachsenen Strukturen und die Gewerbefreiheit. Sie ist sozial und schreibt zwingend einkommensabhängige Elternbeiträge vor. Damit wird sichergestellt, dass sich Arbeit immer lohnt. Für den Gewerkschaftsbund ist die Initiative gegenüber dem Gegenvorschlag des Kantonsrates die nachhaltigere und sozialere Lösung für mehr und bezahlbare Kinderbetreuungsplätze im ganzen Kanton.
Der Gewerkschaftsbund wird mit weiteren Unterstützenden alles daran setzen, der Volksinitiative „Kinderbetreuung JA!“ an der Volksabstimmung vom 13. Juni 2010 zum Durchbruch zu verhelfen. Weitere Informationen unter www.kinderbetreuung-ja.ch