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Der GBKZ sagt JA zur Bonzensteuerinitiative
Die Initiative der Jusos verlangt eine stärkere Besteuerung von Vermögen über 2 Millionen Franken....

- Angelo Barrile, Assistenzarzt, Kantonsrat SP, Mitglied VPOD, Vorstand Second@s Plus Zürich
Eine Schweiz ohne uns?
"Kosovarin rettet Schweizer das Leben!" Diese Schlagzeile ist nicht in der Zeitung zu lesen, aber es kommt jeden Tag in dieser oder einer ähnlichen Form vor. Die Berichterstattung in den Medien und die Hetzkampagnen rechtsbürgerlicher Parteien verzerren das Bild, das wir uns von ausländischen MitbürgerInnen machen. Dabei geht vergessen, dass die grosse Mehrheit nicht (negativ) auffällt, sondern hier arbeitet, Steuern und Beiträge an die Sozialwerke bezahlt und im Alltag so lebt wie du und ich.
Eigentlich sollte es umgekehrt sein: MigrantInnen sollten uns positiv auffallen, denn ohne sie gäbe es unsere Schweiz nicht (mehr). Dies sehe ich jeden Tag bei meiner Arbeit im Gesundheitswesen. Es herrscht Personalmangel in Pflegeberufen und bei den ÄrztInnen. Es ist sehr schwierig, Stellen zu besetzen und die medizinische Versorgung zu gewährleisten. Dies gelingt schon lange nur noch dank der Einwanderung - oder besser gesagt: dank der Rekrutierung gut ausgebildeter Menschen aus dem Ausland. Vielerorts machen sie heute die Mehrheit der Angestellten aus. Nein, diese Tatsache macht mir keine Angst und niemand nimmt mir den Job weg! Im Gegenteil: ich bin froh, dass ich nicht endlose Überstunden leisten muss und dass die medizinische Versorgung kranker Menschen gesichert ist. Somit bin ich meiner kosovarischen Arbeitskollegin doppelt dankbar: Sie rettet Leben und verbessert meine Arbeitsqualität.
Die Situation ist in anderen Branchen ähnlich. Ohne ausländische Arbeitskräfte läuft gar nichts, sei es in der Baubranche, bei der Landwirtschaft, Reinigung, Industrie, aber auch in hochspezialisierten Bereichen wie Lehre und Forschung. Selbst die Mehrheit der Spieler unserer Fussball-Nati hat einen Migrationshintergrund. Und wenn das selbst mir - als Nicht-Fussball-Interessiertem - auffällt, soll es was heissen!
"Ohne uns - keine Schweiz!" Was nach verspätetem Wahlkampf tönt, ist vielmehr eine Tatsache und gleichzeitig eine Kampagne der Gewerkschaften. "Ohne uns MigrantInnen, wer würde die Jobs machen, die niemand verrichten will oder die nicht besetzt werden könnten?" Überlegen Sie sich dies einmal für Ihre eigene Arbeit! Wie sieht es in ihrem Betrieb aus? Ich vermute, er würde nicht funktionieren...
Einige werden einwenden, was sie schon so oft gehört haben: Die Sozialwerke würden übermässig durch AusländerInnen belastet oder gar ausgenützt. Klar gibt es immer auch Ausnahmen; unehrliche Menschen, die das System ausnutzen. Aber die Mehrheit zahlt mehr ein als sie bezieht. Die Zahlen des Bundesamtes für Statistik (BFS) bestätigen mein Gefühl. MigrantInnen zahlen mehr in die AHV ein als sie beziehen ebenso ist es bei der IV.
Setzen wir ein positives Zeichen und bedanken uns bei den MigrantInnen. Dafür braucht es nicht unbedingt eine grosse finanzielle Entschädigung. Machen wir es einfach so, wie wir es als Kind gelernt haben: Gehen wir auf unsere Mitmenschen zu und beginnen mit einem "Danke". Das kostet nichts, hat aber Wirkung. Ehrliche Wertschätzung ist viel wert. Einfach ausprobieren!
Eine gute Gelegenheit dazu bietet sich am Internationalen Migrationstag vom 17. Dezember. Informationen unter www.ohne-uns-keine.ch
Angelo Barrile

