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Der GBKZ sagt JA zur Bonzensteuerinitiative
Die Initiative der Jusos verlangt eine stärkere Besteuerung von Vermögen über 2 Millionen Franken....
Wählen Sie die Arbeit!
Seit mehr als zwanzig Jahren bin ich Mitglied einer Gewerkschaft. Aufgewachsen in Norwegen, einem Land mit sehr starker Gewerkschaftstradition, wurde mir schon in der Jugend bewusst, wie wichtig Gewerkschaften sind. Als Lehrerin in der Schweiz war es für mich eine Selbstverständlichkeit, dem VPOD beizutreten.
Gewerkschaften sind aus der europäischen Arbeiterbewegung hervorgegangen. In der Nachkriegszeit wurden sie als Interessensvertretung der arbeitenden Bevölkerung politisch und institutionell immer mehr anerkannt. Der stete Druck der Gewerkschaften hat vielen wichtigen Errungenschaften mit zum Durchbruch verholfen - beispielsweise bei den Sozialversicherungen oder bei der Gleichstellung der Geschlechter.
Aber: Die Lohnabhängigen sind in den letzten Jahren beim Verteilen der Gewinne leer ausgegangen. Obwohl es der Schweizer Wirtschaft und unseren Staatsfinanzen gut geht, leben heute über 200‘000 Menschen bei vollem Arbeitseinsatz unter der Armutsgrenze. Und viele Arbeitnehmende leiden unter dem Stress am Arbeitsplatz, müssen vermehrt Überstunden leisten und werden schikaniert! Es werden höhere Leistungen und noch mehr Flexibilität bei den Arbeitszeiten gefordert. Der Trend zu Temporärarbeiten oder Arbeit auf Abruf nimmt ständig zu! Bald sind wir alle Call-Boys und Call-Girls. Die erwerbsabhängigen Menschen tragen zunehmend die gesamte Last, während die Gewinne in den Teppichetagen der Unternehmen landen, in den Lohntüten des Managements und vielleicht noch bei den AktionärInnen.
Als ich vor acht Jahren in den Kantonsrat gewählt wurde, entdeckte ich zu meiner Freude die Präsenz einer überparteilichen Gewerkschaftsgruppe. Sie besteht aus 25 Mitgliedern der SP, Grünen und AL, eingeschrieben im VPOD und bei anderen Gewerkschaften. Diese Gruppe trifft sich drei- bis viermal im Jahr, um aktuelle Themen zu bearbeiten. Eingeladene Fachpersonen geben uns Einblick in ihre Themen- und Arbeitsbereiche und damit oft Anregungen für die Arbeit im Kantonsrat. Zahlreiche Vorstösse vor allem zu Sozial- und Wirtschaftsthemen stammen aus der Küche dieser Gruppe. Arbeitsschwerpunkte der letzten vier Jahre waren Lehrstellen, Energiepolitik, Integrationsgesetz, Kinderbetreuung, Ladenöffnungszeiten, Pflegegesetz, Beamtenversicherungskasse und das immer wiederkehrende Thema der Löhne. Grossen Erfolg hatten wir mit dem Gegenvorschlag zur Volksinitiative Kinderbetreuung.
Auch in den Kommissionen des Kantonsrates sind Mitglieder dieser Gruppe vertreten. Als Mitglied der Kommission Bau und Planung liegt mir persönlich die Abteilung Archäologie und Denkmalpflege des Amtes für Raumplanung und Energie am Herzen. Sie wurde 2004 beim letzten Sparpaket der bürgerlichen Mehrheit besonders hart getroffen: Ein Viertel der Stellen wurde gestrichen. Seither leidet die Abteilung unter quälender Personalknappheit, und der Kanton Zürich kann die gesetzlich vorgeschriebenen Aufgaben nicht mehr erfüllen, trotz zahlreicher Vorstösse meinerseits.
Bei den aktuellen Kantonsratswahlen trete ich nicht mehr an. Es ist mir aber, vor allem auch angesichts der verschärften bürgerlichen Spar- und Abbaupolitik, ein grosses Anliegen, auf die Wichtigkeit der politischen Vertretung gewerkschaftlicher Interessen hinzuweisen.
Wir alle können die Arbeit der Gewerkschaften unterstützen: Wählen auch Sie die kandidierenden Gewerkschaftsmitglieder und sorgen Sie so dafür, dass die Arbeit in der nächsten Legislaturperiode eine noch stärkere Vertretung im Kantonsrat hat. Und treten Sie einer Gewerkschaft bei, falls Sie nicht wie ich seit langem Mitglied sind!
Eva Torp, SP Kantonsrätin bis Mai 2011.

